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Erfahrungsbericht

aus der Kirchgemeinde:

zur Verfügung gestellt von:

Wädenswil

Undine Gellner

Die Idee, den grünen Güggel anzustreben kam als erstes vom Kirchenpflegepräsidenten. Ich selbst, Pfarrerin, habe die Idee gerne aufgenommen und erste Schritte eingeleitet.

2020 haben wir einen Workshop mit den Mitarbeitenden und der Kirchenpflege durchgeführt, Andreas Frei von der oeku hat referiert, es wurden Ideen gesammelt.

Dann haben wir uns auf den Weg zur Zertifizierung gemacht, als Konvoi zusammen mit anderen Kirchgemeinden.

Im September 2022 wurden wir zertifiziert.

Schön und bereichernd war, dass wir die Zustimmung der Mitarbeiterschaft und der Kirchenpflege hatten – natürlich gab es auch skeptische Stimmen, aber die Bedenken haben wir aufgenommen und ernst genommen. Schön war auch, dass viele ihre Ideen eingebracht haben, da gab es so etwas wie einen kreativen Schub. Im Umweltteam haben wir die Ideen gesammelt, gewichtet und ins Programm aufgenommen. Manches konnte nicht umgesetzt werden, vieles aber schon.

Besonders unser Liegenschaftsverwalter hat dann richtig Tempo gemacht: Dämmungsmassnahmen, Fotovoltaik, der auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Umbau des historischen Pfarrhauses, biodiverse Grünflächen – alles wurde in den ersten vier Jahren angegangen und umgesetzt. So können wir anhand der Daten belegen, dass unser Energieverbrauch und unsere Emmissionen zurückgegangen sind. Die Investitionen werden sich so bald amortisieren.

Auch die Zusammenarbeit mit städtischen Stellen, an Nachhaltigkeit arbeitenden Gruppierungen, der Hochschule (zhaw) vor Ort und mit vielen Freiwilligen hat sich positiv ausgewirkt.

Meiner Einschätzung nach ist es das Wichtigste, dass die Kirchenpflege dahinter steht. Diese Unterstützung hilft, dass Projekte bewilligt und Gelder gesprochen werden. Dann ist eine sorgsame Kommunikation essenziell – Druck erzeugt Gegendruck. Hier wollen wir uns noch mehr bemühen.

Die bürokratischen Anforderungen sind weniger schlimm, als es auf den ersten Blick aussieht. Ich habe als Umweltbeauftragte vieles recht effizient erledigen können.

Dass man mit dem Erfassen der Daten die Ergebnisse kontrollieren kann, ist wesentlich.

„Wir machen ja sowieso schon viel“ mag subjektiv stimmen, aber kann auch eine Täuschung sein. Manchmal staunt man, wie viel man verbraucht (Energie, Wasser, Papier…), wenn man es mal misst.


Hindernisse

Es ist immer schwierig, Gewohnheiten ändern zu müssen. Das merken wir vor allem bei unseren Freiwilligen im Gastro-Bereich: Vegetarisch kochen, lokale Produkte verwenden, in den Mengen knapper kalkulieren, um Foodwaste zu vermeiden – manche tun sich schwer damit. Aber nach und nach konnten Neuerungen umgesetzt werden. Und wir bleiben hartnäckig, ohne allzuviel Druck auszuüben – manchmal eine Gratwanderung.


Mühsam sind nach wie vor die Auflagen der Denkmalpflege und des Heimatschutzes. Beim Pfarrhausumbau konnte eine Wand nicht isoliert werden, weil innen ein historischer „Putz“ hervorgekommen ist, der nicht angetastet werden darf…

Ein wenig befremdlich ist, dass der ganze Arbeitssicherheitsbereich auch beim grünen Güggel angesiedelt ist. Das hat wenig mit unseren „grünen“ Anliegen zu tun und wäre eigentlich Sache der Kirchenpflege. Beim Zertifizierungsaudit wurde vor allem das kontrolliert, was für uns nicht ganz verständlich ist. Wenn man das herausnehmen könnte, wäre vieles noch einfacher.


Kontakt

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Wiedingstrasse 3
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